19.9 Der Abstand der aufeinander folgenden Ständer beträgt bei schweren Gerüstkonstruktionen nicht mehr als in Tabelle 1, für leichte Gerüstkonstruktionen nicht mehr als in Tabelle 2, angegeben.
Tabelle 1 Abstände von aufeinander folgende Ständer für schwere Gerüstkonstruktionen
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Maximaler Abstand zwischen den Ständern in Meter |
Maximale Gerüstbreite in Meter |
Minimum Anzahl Querriegel zwischen den Ständern |
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1,8 |
1,50 (2,70 m2) |
2 |
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1,8 |
1,35 (2,43 m2) |
1 |
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1,7 |
1,65 (2,80 m2) |
2 |
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1,7 |
1,50 (2,55 m2) |
1 |
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1,6 |
1,80 (2,88 m2) |
2 |
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1,6 |
1,65 (2,64 m2) |
1 |
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Tabelle 2 Abstände von aufeinander folgende Ständer für leichte Gerüstkonstruktionen |
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Maximaler Abstand zwischen den Ständern in Meter |
Maximale Gerüstbreite in Meter |
Minimum Anzahl Querriegel zwischen den Ständern |
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2,30 |
1,50 (3,45 m2) |
1 |
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2,15 |
1,65 (3,55 m2) |
1 |
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2,00 |
1,80 (3,60 m2) |
1 |
Bei den Angaben in den Tabellen wurde von handwerklichen Tätigkeiten wie z.B. Malerarbeiten, Wartungsarbeiten, Fugarbeiten, elektrische Montage etc., ausgegangen, bei denen neben den anwesenden Personen und dem lagernden Materialien keine weiteren nennenswerten veränderlichen Belastungen eingerechnet werden müssen.
19.10 Für Längsriegel gelten die folgenden Bedingungen :
a. Längsriegel sind durch Normalkupplungen an der Innenseite der Ständer angeschlossen
b. der maximale vertikale Abstand zwischen zwei Längsriegeln beträgt bei Beachtung der Angaben in den Tabellen, 2 Meter.
c. Bei größeren Abständen ist die Konstruktion angepasst entsprechend den Berechnungen laut Teil I (Grundsätze). Es sind in der Regel Geländer und Schutzgitter
d. Der unterste Längsriegel ist höchstens 0,25 m (25 cm) über der untersten lastverteilenden Unterlage der Ständer angeschlossen.
e. Stosskupplungen sind bei zwei aufeinander folgenden Längsriegel nicht zwischen den gleichen Ständern angeschlossen. Im Verlauf der Montage werden keine bereits angeschlossenen Längsriegel entfernt.
19.11 Koppelriegel sind beidseitig mit Kupplungen an jedem Knotenpunkt angeschlossen. Zur Stützung der Belagfläche sind zwischen den Koppelriegeln Querriegel angebracht, die am äußeren Längsriegel befestigt sind. Der Abstand zwischen den Querriegeln untereinander und dem Abstand zischen Querriegeln und Koppelriegel ist möglichst gleich. Die minimale Anzahl Querriegel, die zwischen den Ständern erforderlich sind, ist den Tabellen 1 und 2 zu entnehmen.
19.12 Für so genannte Einzelständergerüste gilt, das die Querriegel mit leichter Neigung zum Bauwerk hin verlegt sind, und auf dem Mauerwerk mindestens 0,10 m (10 cm) weit aufliegen, oder mit Tragplatten versehen sind. Bei Einzelständergerüsten liegt ein Querriegel der am Ständer angeschlossen ist, direkt, und ohne Tragplatte auf dem Mauerwerk auf.
19.13 Jedes Gerüstfeld ist an tragenden Balken, stabilen Mauerwerk oder anderen festen Teilen des Bauwerkes verankert, wie auf Abbildung 1 abgebildet. Ist eine Verankerung auf diese Art und Weise nicht möglich, so kann hiervon abgewichen werden, wenn die Standsicherheit des Gerüstes gewährleistet bleibt und eine Knickgefahr für die Ständer ausgeschlossen ist. (z.B. durch Anbringung von durchlaufenden Verstrebungen.
19.14 Der erste und der letzte Ständer ist grundsätzlich zumindest im oberen Bereich verankert. Eckständer von zwei sich schneidenden Gerüstflächen sind dabei ausgenommen. Bei Doppelständergerüsten ist sowohl das innere Gerüstfläche als auch die äußere Gerüstfläche unabhängig von einander verankert. Gerüsthalter sind horizontal gekoppelt an Längsriegel oder Ständer, und im Bereich der Knotenpunkte angebracht. Gerüsthalter können gleichzeitig als Querriegel benutzt werden.
Erster Ständer der Gerüstfläche

Abbildung 1 - Verankerungsschema
19.15 Bei der Nutzung von Verankerungsspindeln in Fensterlaibungen oder anderen Öffnungen, so müssen diese aus
stabilen Mauerwerk oder Beton bestehen. Das Füllmaterial zwischen Spindel und dem Mauerwerk bzw. des Betons besteht aus einem Material, das eine ausreichende Spannung der Spindel gewährleistet. Holz oder andere nachgiebige Materialien sind nicht zulässig. Gerüsthalter werden nicht an eingemauerte Tragplatten befestigt.
19.16 Gerüsthalter sind für folgende Belastungen ausgelegt:
a. Parallel zum Bauwerk: 1,7 kN (170 Kg)
b. Lotrecht zum Bauwerk : 2,5 kN (250 Kg). Für Skelettbauwerke und einer Gerüsthöhe von über 15 m beträgt dieser Wert 5,0 (500 Kg).
19.17 Um eine Schieflage der Gerüstkonstruktion zu verhindern, ist die Außenfläche des Gerüstes über die gesamte Höhe mit Streben versehen.
a. Eine Gerüstfläche hat maximal sechs aufeinander folgende nicht verstrebte Ständer.
b. Bei Gerüsten, die höher sind als 10 Meter sind alle Ständer miteinander in allen Gerüstflächen durch durchlaufende gekreuzte Streben verbunden.
c. Streben werden an jedem kreuzenden Ständer im Bereich der Knotenpunkte (Kreuzung von Ständer und Längsriegel) angeschlossen.
d. Das Verlängern der Streben erfolgt mit so genannten Parallelkupplungen. Streben werden während des Aufbaus des Gerüstes angeschlossen.
19.18. Belagflächen (Bohlen) sind über die gesamte Breite dicht verlegt, sodass ein Durchfallen von Material und Werkzeugen nicht möglich ist.
a. Im Bereich, indem sich zwei Gerüstflächen schneiden (z.B. Gebäudeecke), läuft jeder der Arbeitsflächen durch bis auf den Längsriegel der jeweils anderen (äußeren) Gerüstfläche.
b. Das Aufwippen, ein Wegwehen und Verschieben der Belagfläche wird verhindert.
c. Die Tragfähigkeit von Metall-Belagfiächen ist nachgewiesen
d. Unter Belagflächen (Arbeitsböden) die sich in einer Höhe von über 6 Meter befinden, ist maximal 205 m darunter ein geschlossener Fangboden errichtet in der gleichen Breite und Konstruktion wie der tatsächliche Arbeitsboden.
e. Der Abstand von Bauwerk zu Arbeitsfläche beträgt maximal 10 cm, es sei denn, das die beabsichtigten Tätigkeiten dies nicht zulassen.
f. Arbeitsböden (Bohlen) die zwischen zwei Ständern enden, sind aneinander gestoßen, wobei jedes Ende einzeln unterstützt ist. Der Abstand zwischen den beiden Stützpunkten beträgt maximal 0,30 m (30 cm).
19.19 Bei Belagflächen über Durchgängen, oder unter denen sich regelmäßig Personen aufhalten, ist ein Schutzdach in einem Winkel von 45° angebracht, das den Arbeitsboden von dem Gegenstände herabfallen können, mindestens 0,75 m überragt. Das Schutzdach besteht aus aneinander anschließenden Brettern mit einer Mindeststärke von 0,02 Metern (2cm). Wenn erforderlich, ist zusätzlich eine Schutzabdeckung angebracht.
19.20 Laufbrücken mit einer Steigung, die größer ist als 1:4 im Verhältnis zur Waagerechten, sind über die gesamte Länge mit Laufbrettern versehen, die ein Ausrutschen verhindern. Soweit zutreffend, gelten für Laufbrücken die gleichen Bestimmungen wie für die Arbeitsflächen (Belagflächen).
19.21 Alle Metallteiles eines Gerüstes sind geerdet, wenn sich am oder über dem Gerüst stromführende elektrische Kabel oder Leitungen befinden.
19.22 Gerüste, die den ausgeführten Beschreibungen entsprechen (Standard-Gerüstkonstruktionen), sind nicht dazu geeignet, um auf oder an ihnen Förderwerkzeuge zu befestigen. Bauaufzüge werden am Bauwerk selbst verankert. Wenn es erforderlich ist, ein Förderwerkzeug am Gerüst zu befestigen, so ist die Gerüstkonstruktion hierfür entsprechend ausgelegt. Dies gilt auch für alle weiteren Umstände, die das Gerüst zusätzlich belasten. (z.B. Anbringen von Abdeckplanen etc.)

20. Zulässige Belastung von Gerüsten ( Grundwissen für Kräfteberechnung )
Um bestimmen zu können, ob die Arbeitsböden bzw. die Ständer eines Gerüstes einer bestimmten Belastung standhalten, muss man zunächst wissen, zu welchem Zweck das Gerüst gebaut wird.
In der Praxis erlebt man hin und wieder, dass ein Auftraggeber einfach grob angibt, wozu das Gerüst gebraucht wird.
Der Gerüstbauer kann ohne Bedenken fragen, wozu dieses Gerüst nun tatsächlich verwendet wird. Mit den gesammelten Informationen kann der Gerüstbauer dann bestimmen, welche Art von Gerüst erbaut wird.
Um Malerarbeiten auszuführen ist ein leichtes und schmales Gerüst vollkommen ausreichend. Auch wenn bei Renovierungsarbeiten, bei denen Fugen erneuert werden müssen, ist die leichte Konstruktion eine gute Wahl.
Wenn jedoch bei der Errichtung eines Neubaus gemauert werden muss, dann reicht ein leichtes und schmales Gerüst nicht mehr aus. Die Lagerung von Mörtel und Steinen ist dann einfach nicht möglich, da auch die Ständerabstände auch zu groß bemessen sind. Denn je kleiner der Abstand zwischen den Ständern und zwischen den Querriegeln ist, umso größer ist die Tragfähigkeit der Arbeitsböden.
Der Gerüstbauer muss auch wissen, dass eine leichte Gerüstkonstruktion niemals in eine schwere Gerüstkonstruktion übergehen darf. Das es andersherum nicht zulässig ist, sollte eigentlich selbstverständlich sein.
Wenn wir uns die Tabellen 1 und 2 auf der Seite 51 anschauen, in denen die Ständerabstände für leichte und schwere Gerüste angegeben sind, so können wir damit bestimmen, welche Ständerabstände tatsächlich zulässig sind.
Für schwere Gerüste (Klasse 4) sind 3 kN Im2 zugelassen. Diese Belastung bezieht sich jedoch nur auf einen Arbeitsboden, und nicht auf mehrere Belagflächen.
Die Ständerabstände betragen laut Tabelle 1, erste Zeile, maximal 1800 mm, die Breite 1500 mm. Die Maße beziehen sich jeweils auf die Mitte der Ständer.
Unten abgebildet, ein Beispiel eines Arbeitsbodens von oben aus gesehen.
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— |
— |
||||||
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c |
0 |
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Maurer |
Radio |
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|
Mörtel |
||||||||
|
Steine |
||||||||
w
Der Arbeitsboden hat eine Breite von 7 Bretter, und das sind 1500 mm. Die Ständer stehen in der Längsrichtung 1800 mm auseinander. Wir schauen in der Tabelle nach. Wir berechnen nun, welchen Materialvorrat wir auf dem Gerüst lagern können. Zunächst die Berechnung der Fläche.
Fläche ist 1800 mm x 1500 mm ist also 2,7 m2. In Klasse 4 (schwere Gerüste) ist eine maximale Belastung von 300 Kg/m2 zulässig.
Die Fläche beträgt 2,7 m2, die mit 300 Kg multipliziert werden. Das Ergebnis ergibt eine Gesamtbelastung von 810 Kg zwischen den Ständern.
Aber was steht denn so im Allgemeinen auf einem Maurergerüst, wenn der Maurer anfängt zu mauern ?
200 Steine a 1,8 Kg = 360 Kg
1 Kübel Mörtel = 150 Kg
Der Maurer selbst = 100 Kg
Werkzeuge = 10 Kg
Radio = 5 Kg
Gesamtbelastung = 625 Kg
Übung:
Berechnen Sie, unter Berücksichtigung der Angaben aus der Tabelle 2 (erste Zeile) die maximal zulässige Belastung eines Leichtgerüstes.
Kräftelehre
1

Übung:
Berechnen Sie die Länge eines Stütz-Trägers, um einen Ständer in der Mitte auffangen zu können.

Übung:
Berechnen Sie die Länge eines Stütz-Trägers, um einen Ständer in der Mitte auffangen zu können.
Hier unten muss die Belastung auf die Ständer verteilt werden
(Dies geschieht, indem man die Belagfläche (Arbeitsfläche) in mehrere Fächer einteilt)
Gerüstansicht von oben

Gerüstansicht von oben
Gerüstansicht von oben
Dieser Lehrgang wurde entwickelt durch : SA Safety & Training Consultants
R.R. Schölts W. Bakelaar W. Hoordijk
Mit freundlicher Unterstützung von Climb Up Steigertechniek B.V.